Wolfsbarsch und Seebrasse in Tokyo Bay | Angeln in Japan

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Nach unserem Indienabenteuer ging es für 2 Wochen nach Nepal zum Trekking weiter. Da das aus anglerischer Sicht zu vernachlässigen war( ein kleiner Rohu im Phewa Lake/Pokhara) mache ich gleich mit Japan weiter.

Zentrum von Tokyo angegriffen von Godzilla

Nach 2 budgetfreundlichen Monaten(Indien 58€/Tag Nepal 49€/Tag) mit wunderschöner Natur aber auch Hektik/Lärm und bis zu 24 Stunden Anreise zu den einzelnen Etappen freuten wir uns in Japan anzukommen. Endlich für 3 Wochen wieder ein bisschen Entspannung und geregelte Abläufe in einem hochtechnologisierten Land.. nice! Schon der erste Toilettengang wird zur Herausforderung, eine elektronische Toilette mit 14 Bedienelementen. 🙂

Das Osaka Schloss

Wir landen in Osaka, wo wir uns für die ersten 5 Nächte in einem Hostel einbuchen. Was auffällig ist und sich durch unseren kompletten Aufenthalt ziehen wird: Es ist super ruhig… keiner schreit, keiner hupt, selbst im Nachtleben auf der Straße wenn man durch die Izakayas(traditionelle Pubs) zieht geht es gesittet zu.

Fischen geht leider noch nicht, da sich das neue Spitzenteil noch im Anflug befindet. Hier möchte ich den Service der FA Sportex, insbesonderen von Herrn Chadykin loben, der mir kostenlos ein Spitzenteil an meine Heimatadresse geschickt hatte. Aufgrund von Verzollung lies ich es von dort nach Japan schicken, da bis 100€ von privat zollfrei geschickt werden kann.

Bis dahin kann ich den Japanern ein bisschen beim Uferangeln zuschauen. Überall wo Wasser ist dauert es nicht lange bis man einen Angler entdeckt.

Nach einigen Sake-getränkten Nächten und einem Besuch am Fischmarkt(must see!)geht es weiter nach Tokio, 2 Tage später ist die Rute wieder mit Spitze ausgestattet! Im Vorfeld hatte ich mir bereits aus den vielen Bootscharter-Angeboten eines ausgesucht um in der Bucht von Tokio einen halben Tag zu verbringen.

Vibrationsbait

Wir treffen uns an einem kleinen Anleger in der Stadt, von dem Itsuro uns zu einem Spot direkt neben dem Flughafen Haneda bringt. Im Gespräch mit Ihm erfahre ich, dass er bis vor 5 Jahren für Megabass gearbeitet hat und seitdem selbstständig ist.. von einem Traumberuf in den nächsten.

Wir fischen mit Vibrations Metalljigs überwiegend Oberflächennah. Innerhalb von 15 Minuten steigen 2 Wolfsbarsche ein und verabschieden sich nach einigen Luftsprüngen wieder. Der Spot passt, so macht das Freude!

Echolot vom Spot

Kurze Zeit später packt ein weiterer Wolfsbarsch um die 50 cm kurz von dem Boot zu. 1,2  Kopfschläge und die Rute bricht zum zweiten Mal.

In dem Moment musste ich mich kurz hinsetzen. Nachdem ich die kaputte Rute seit Wochen durch die Welt geschleppt habe, nicht wissend ob ich eine neue Spitze bekomme, ob die Lieferung rechtzeitig ankommt solange wir in Tokio sind etc.. ist es einfach ernüchternd sofort den nächsten Tiefschlag zu bekommen.

Ich teste in welchem Winkel die Rute war und ob ich ggf das Boot berührt habe, jedoch konnte das nicht sein. Die Bremse war zwar etwas härter eingestellt, jedoch hatte ich mit dem Tackle unseres Guides -Ruten von 10- 30g- mit derselben Einstellung keine Probleme.

Egal, weiter gehts… das Boot ist schließlich nur für 4 Stunden mit uns unterwegs.

Nach einigen Würfen war dann endlich der erste Wolfsbarsch im Kescher, ein schöner Fisch um die 60cm, dem weitere folgten.

Im Laufe des Tages nahm das Beissverhalten merklich ab, sodass wir uns entschieden eine andere Technik auf Meeresbrassen zu versuchen. Diese war so simpel wie effektiv. Wir suchten uns Spundwände und Struktur mit starkem Muschelbewuchs und ließen eine kleine Gummikrabbe am 2g Jigkopf an loser Schnur einige Meter abtauchen. Dabei war wichtig, den Köder direkt an den Beton zu werfen bzw sehr nahe daran absinken zu lassen.

Die Bisse sind sehr sensibel, daher hielt ich immer die Schnur direkt in den Händen wenn ich den Jig absinken lies. Gleich die erste Attacke brachte diesen schönen Fisch zum Vorschein!

Meeresbrasse neben der Spundwand

An den weiteren Stellen war leider nicht viel los, lediglich ein Fehlbiss war noch zu verzeichnen bevor unsere Tour zuende war.

Auch wenn es für meine Sportex wieder ein gebrauchter Tag war, war ich mit dem Angeltag sehr zufrieden.

Als nächstes Stand Mt Fuji auf unserem Plan.Da die Hütten auf dem Berg sehr teuer sind entschlossen wir uns einen Bulletclimb bei Nacht zu versuchen, sprich mit dem letzten Bus um 10 Uhr Abends zur Talstation und nach dem Sonnenaufgang morgens nach dem Abstieg wieder zurück.

Mt. Fuji erscheint zum ersten Mal aus den Regenwolken

Leider war das Wetter nicht auf unsere Seite, als wir in unserem Ryokan(trad.jap.Gasthaus) ankamen regnete es in Strömen und lt Wetterbericht sollte sich das auch Nachts nicht bessern. Daher sahen wir uns den Berg nur aus der Ferne an. Bei einem Fußbad und einigen kühlen Bier auf dem Dach unserer Unterkunft auch nicht die schlechteste Wahl.

Generell muss man sagen, dass die Japaner extrem Detail- und Serviceorientiert sind.

Unser Ryokan war die günstigste Unterkunft (50€/Nacht), die es gab, es fühlte jedoch wie ein kleiner Wellnessurlaub an.Kimonos, kostenlose Onsen(heiße Bäder) und Bier für 2€.

Nach 3 Nächten ausruhen ging es budgetfreundlich weiter nach Yosuka, wo wir für 5 Nächte bei unserem Gastgeber Spencer Couchsurfen durften.

Natürlich musste eine neue Rute her. Ich fuhr zum Casting Yokohama Isogo shop, es war überwältigend wie riesig dieses Geschäft war. Wenn ich nicht auf Weltreise wäre hätte ich mir für den Heimflug noch ein weiteres 20Kg Gepäckstück buchen müssen!

Auf den ersten Blick war auch das Angebot an Reiseruten sehr ordentlich, mindestens 15 Modelle waren zu Auswahl.

Leider ist in Japan anscheinend eher das leichte Fischen beliebt, Wurfgewicht 10-48G war das Maximum, zudem eher gefühlvolle Geräte ohne starkes Rückgrat. Da die Ruten auch zwischen 200 und 300 Euro kosteten entschied ich mich dazu lediglich eine für das Spinnfischen konzipierte Teleskoprute, ähnlich der DAIWA Mobile Pack zu nehmen. 10-50Gramm Wurfgewicht und 8300 Yen, was etwa 70€ entspricht.

Per Anhalter durch Japan ist super Easy und macht Spaß

Mit dieser kann ich erstmal die meisten Bereiche abdecken bis ich geeigneten Ersatz gefunden habe.

Die 3 Wochen in Japan konnten wir mit einem durchschnittlichen Tagesbudget von 84€ für uns beide zusammen abschließen.

Essen und Alkohol sind günstig zu erhalten, Transport und Unterkunft ist leider sehr teuer!

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