Die 16. Anglermesse in Passau

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Am 3.3.2018 war es wieder einmal soweit, seit langer Zeit hatte ich es wieder mal auf die Anglermesse in der Dreiländerhallte in Passau geschafft.

Als wir vormittags ankamen fühlten wir uns wie auf der Maidult.. Massen von Anglern stehen dicht an dicht und durchforsten den Gebrauchtmarkt und die Ausstellerstände.

Nach einer ersten Runde geht es gleich mit meinem persönlichen Hauptakt los:

 

Blinker Jörg steht als erstes am Rednerpult und hält seine Präsentation.

Sein Vortrag fängt mit der Ankündigung an: “Dieses Jahr ist Jahr des Welses”. Drum möchte er ein paar Tipps und Tricks zum Welsangeln geben.

Der Wels, üblicherweise als Waller bekannt, ist der größte Süßwasserfisch Europas. Es ist also kein Wunder, dass Fischer jenseits der Region lange schon versucht haben den Monster-Wels zu fangen. Dabei gibt es manche Hinweise, die zwar einfach sind, dennoch viel Erfolg versprechen.

Es fängt damit an, sich den Wassertyp auszusuchen. Am besten sucht man sich Naturbelassene Gewässer aus, weil der Waller 

sich da am wohlsten fühlt. Der große Vorteil sind die starken Struktureigenschafen, der Kanal ist da zu geradlinig und monoton, was die Suche nach guten Stellen erheblich erschwert. Wir haben Glück hier in Passau, denn die Donau ist ein perfekter Ort, wo Welse wachsen und sich auch zeigen lassen.

Hat man sich einen guten Platz ausgesucht, dann soll man weiterhin auf die Wetterkonditionen achten. Das Frühjahr ist die beste

 Jahreszeit für diesen Fisch. Nach dem Winter leiden sie am starken Hunger und beissen gierig an deinem Köder. Wichtig ist, 

dass die Wassertemperatur 12 Grad übersteigt, sonst frisst er kaum. Am besten soll man Nachmittags oder am frühen Abend angeln, weil das Wasser morgens noch Zeit zum aufwärmen braucht.

Der Größte Fehler ist seiner Meinung nach, zu angeln nachdem die Temperatur über 20 Grad steigt, da dann die Laichzeit beginnt.

Der Sommer ist auch ganz ok zum Wallerangeln, bei großen Hitzewellen ist im Dunkeln sowie Frühmorgens die Zeit um am Wasser zu sein. Im Spätsommer gibt es oft einen zu niedrigen Wasserstand und deswegen sind die Chancen auf einen Fang dementsprechend niedrig.

Wer im Herbst fischen möchte kann es. Hier eignet sich eine spätere Stunde, damit das Wasser warm genug ist und der Wels gut beissen kann. Der Winter ist aber ein NoGo! Die Waller rotten sich in Gruppen an tiefen Stellen zusammen.Ist die Strömung ist zu stark und der Wels kommt ans Ufer. Im Winter kann man besser auf Zander fischen und auf den Waller sich vorbereiten.

Zu der Platzaussuche gehört aber noch mehr, am Besten soll der Wasserstand bei mindestens 1,20m liegen.Zwischen 1,5 und 2 Meter hat er am besten gefangen. Bei zu niedrigem Wasser, bleibt die Chance zum Monsterfischen bei fast 0. Ein sehr großer Fehler bei der Platzaussuche ist stehen zu bleiben. Man soll sich immer bewegen und den Platz immer wieder bei fehlendem Biss nach 20,30 Minuten wechseln. So kann man sich Abends, nach der Tagessuche, einen stabilen Platz aussuchen und da den Waller fangen.  

Beisst der Waller, soll man nicht Biegen und Brechen drillen! Immer Ruhe aufbewahren und nur leichten Druck ausüben, sodass er sich zum Boden legen kann. Dann ist er ruhig und da kann man Druck machen. Er wird wieder Fluss auf schwimmen und leichter zu bekämpfen sein.

 

Als nächstes kam der Jakub Vagner aus der Tschechei der von seiner wunderschönen Reise nach Kongo berichtete, auf 

welcher er den Riesen-Tigersalmler gefangen hat. Es handelt sich dabei um den schnellsten Fisch der Welt mit einer

 Geschwindigkeit von 130km/h. Dieser Fisch lebt nur im Kongo Fluß und das auch in sehr geringen Zahlen. Eigentlich soll jede Fischart gering im Kongo vorhanden sein. Jakub spricht um einen einzigen Biss pro Woche. Es ist also logisch, dass wenn wenig Futterfisch gegeben ist, es auch nicht viele Monsterfische geben wird.

Diese Salmlerart schwimmt genau unter der Oberfläche und schaut sich Silhouetten an der Oberfläche an, die er dann mit schnellsten Bewegungen fängt. Sie jagen am liebsten in Strömungdrehungen, wo es für ein Boot auch am gefährlichsten sein kann.

Normalerweise fischen die Locals auf einem Holzboot aus schlechtem Holz. Er selber hat sich das günstigste Motorboot (150ps) gekauft, das er finden konnte und das kostete ihn 10.000€. Das Boot selber hat 3 Wochen Reparatur gebraucht. Der Mechaniker hat damit angefangen den Motor zu zerlegen und Teile des Motors auszusortieren. Nach 3 Mal zerlegen war dann der Motor komplett kaputt. Jakub musste einen neuen aus Europa bestellen und weitere 6 Monate warten bis die Armee den Motor freiließ. Das ging aber auch nicht so leicht. Am Anfang verlangte die Armee 100.000€ Zollgebühren. Zum Glück hat Jakub einen General der Armee kennengelernt und in nur einige Stunden wurde der Motor freigegeben.

Über das Fischen selber wusste er, dass immer 4-5 Drillinge von Fischerpioniere aus den 60′ benutzt worden sind. Er dachte er würde nicht mit Catch und Release etwas fangen können. Nach 3 Wochen ohne Erfolg ist endlich das aller schlimmste passiert. Das Stahlverfach (mit einem Widerstand von 160kg) ist durchgeschnitten. Gleich danach ist ihm auch die zweite Rute durchgeschnitten. Deswegen spricht der Jakub von einer Liebe/Hass Beziehung mit diesem exotischem Fluß, der nicht jedem Angler was zu anbieten hat.

 

Den letzten Vortrag, den wir uns angeschaut haben war: Feedern an der Donau von Jürgen Strangmüller

Wie auch Jörg, fängt Jürgen mit Hinweisen zur Platzauswahl an. Folgende Faustformel soll gelten: 50g Futterkorb sinkt pro Sekunde ca. 1m. Der Korb soll am besten 40-50g wiegen. Mit einem Schlittenkorb kann man auch ganz gut die Bodenbeschaffenheit bestimmen. Je sauberer und steiniger der Boden ist, desto besser ist es für’s fischen.

Die Fische selber befinden sich eh meistens an einer Kante, also soll man da immer nah bleiben. Um die gleiche Entfernung zu erreichen, kann man die Schnur auf der Rolle mit einem Gummi oder im Rollenclip fixieren. Mit Clip fischt man immer auf die gleiche Entfernung. Für gleiche Richtung muss man sich einen markanten Punkt z.B Baum od. Stein aussuchen. Wichtig ist aber: immer üben, üben, üben.

Zum Futter erzählt uns der Jürgen auch einiges. Für Rotaugen und Güster soll man im Winter dunkles, feines, nährstoffarmes Futter benutzen. Man soll dann auch mit wenig Köder fischen. Im Sommer ist es umgekehrt. Diese Fischarten genießen Futter mit mehr Nährstoffe. Der Köder darf dann auch gerne größer sein. Brachsen und Karpfen verhalten sich im Winter bezüglich des Futterbedarfs gleich den Rotaugen: fein und dunkel. Im Sommer allerdings, kann man bei den Brachsen und Karpfen viel mehr Erfolg mit hellem, grobkörnigem, nährstoffreichem Futter haben. Weiterer Tipp: Brachsen mögen kein aktives Futter. Am besten soll man am Abend davor das Futter anfeuchten, so dass auch die groben Partikeln im Köder Wasser aufnehmen können und dann schwimmen sie nicht weg.

Für einen erfolgreichen Angeltag dürfen diese Köder nicht fehlen: Caster(Im Wasser halten täglich waschen und Wasser wechseln, sonst stinken die), Würmer (soll man schneiden für größere Brachsen; 1-2kg Wurm für 30-40kg Brachsenfutter), Maden und Mais (auch schneiden, Korb wird leichter mehr Flüssigkeit und stärkeren Biss).

An einem Stand wurden handgefertigte Twin Turner von 5 bis 100 Gramm zum fischen auf sämtliche Raubfische verkauft.Da ich mich hier gut eingedeckt habe kann ich euch im laufe des Jahres hoffentlich ein paar gute Fangergebnisse zeigen.Interessant sind die Teile allemal.. aber mehr dazu im Laufe des Jahres!

Beim Stand vom Baitcaster Pro Shop konnte ich noch ein paar gut verarbeitete Hechtrigs holen, falls einige unter euch sich mit dem Deadbaiting beschäftigen ist der Shop einen Tipp wert, hier soll dieses Jahr noch ein bisschen was ins Sortiment kommen!

Bis September!
Petri Heil.

2 thoughts on “Die 16. Anglermesse in Passau

  1. Schöne Berichte, und objektive Darstellung.
    Ich hoffe Du wirst mit den Twin-Turner erfolgreich sein.
    Nächstes Jahr werde ich wieder in Passau sein, ich hoffe Du kannst mir dann von einen erfolgreichen Fang berichten.
    Vielleicht kannst Du mir auch ein mail schreiben.
    Viele Grüße, und viel Petry Heil wünscht Dir Günter

    1. Hallo Günter,vielen Dank.
      Ich bin schon sehr gespannt darauf die Twin Turner einzusetzen.Sobald die ersten Erfolge da sind werde ich dir berichten!
      Petri Heil!

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